[27.08.2004,
aw] An alle von euch, die Lehramt studieren: Achtet während eurer Studentenzeit darauf, dass ihr euch nichts zu schulden kommen lasst. Denn sonst könntet ihr nach dem Examen, beim Eintritt ins Berufsleben eine böse Überraschung erleben.
Denn obwohl die Zeit des Berufsverbots seit den Siebzigern eigentlich vorbei ist, hat es jetzt einen Realschullehrer in Baden-Württemberg erwischt. An seinen Leistungen kann es nicht gelegen haben: Mit 1,8 schloss er sein Studium an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg ab.
Zum Verhängnis wurden ihm seine freizeitlichen Aktivitäten, er engagierte sich in der Antifa. Und diese Gruppe wurde beim Verfassungsschutz als linksextrem eingestuft, weswegen jetzt das Ministerium Zweifel äußert, dass er "jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung" eintreten würde, sowie werden auch Bedenken laut, ob man auf die Verfassungstreue des Lehrers vertrauen kann.
Politisch aktiv ist der heute 34-jährige schon seit 1989. Er zeigte Jugendlichen die Spuren des Nationalsozialismus in Heidelberg, demonstrierte gegen Nazi-Aufmärsche und half von Abschiebung bedrohten Asylbewerbern. Wegen all dieser Aktivitäten und der Gruppe, der er zugehörig ist, stand er schon von 1992 bis 2002 unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Es gibt mittlerweile eine Reihe von Gruppen, die den Lehrer unterstützen, mit Demos oder Unterschriftenaktionen. Aber anscheinend werden diesem Pädagogen die Schultüren verschlossen bleiben.