[07.01.2009,
kn] Arbeiten neben dem Studium – für die Mehrheit der Studenten eine Selbstverständlichkeit! Eigentlich ist das Studium ein Full-Time Job, dennoch kann es sich nur jeder vierte Student (28%) leisten, auf einen Job neben dem Studium zu verzichten. Dies und weitere Ergebnisse präsentierte das darmstädter Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen univativ in Zusammenarbeit mit der Commerzbank innerhalb der Studie „unicensus“. Befragt wurden rund 1.000 Studenten an 23 Hochschulen in ganz Deutschland. Das Durchschnittsalter der Befragten lag zwischen 20 und 25 Jahren.
Ganz allgemein erfolgt die Studienfinanzierung in erster Linie durch Eltern (46%) und Nebenjobs (34%). Mit großem Abstand folgt dann die Finanzierung durch BAföG. Stipendien und Darlehen hingegen werden kaum genutzt. Mit wachsender Semesterzahl drehen die Eltern den Studenten jedoch den Geldhahn zu. Am Ende des zehnten Semesters stellen mehr als die Hälfte der Eltern die Zahlungen ein. So arbeiten 54% der Studenten zwischen 5 und 20 Stunden pro Woche. 5% der Befragten arbeiten mehr als 20 Stunden pro Woche, unter diesen finden sich vor allem Studenten höherer Semester. Dazu Olaf Kempin, einer der drei Geschäftsführer der univativ GmbH & Co. KG Darmstadt: „Das Curriculum lässt zu Beginn eines Studiums wenig Luft. Hinzu kommt, dass der akademische Nachwuchs mit zunehmender Studiendauer über mehr Know-How verfügt und somit als Arbeitskraft für die Unternehmen interessanter wird.“ Interessant ist, dass der Anteil arbeitender Studentinnen größer ist, als derjenige ihrer männlichen Kommilitonen – und dies, obwohl Studentinnen mehr Unterstützung durch ihre Eltern erfahren (53%) als ihre Kollegen (44%). Hingegen: Diejenigen männlichen Kommilitonen, die neben dem Studium arbeiten, verbringen wiederum mehr Zeit in der Arbeit als die Frauen.
Die meisten Studenten (73%) arbeiten neben dem Studium, um ausreichend Praxiserfahrung zu sammeln. Gut die Hälfte der Befragten (55%) gab zudem an, dass sie arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. 54% der Studierenden sehen ihren Nebenjob als Chance und möglichen Einstieg in ein späteres Berufsleben. Sehr wichtig ist den Studenten, dass sie innerhalb ihres Nebenjobs selbständig arbeiten können (88%). Weiterhin wird auf Teamarbeit und die Übernahme von Verantwortung großen Wert gelegt (jeweils 84%).
Die Jobsuche erfolgt meist durch das Internet auf Unternehmenswebsites (81%) und Online-Jobbörsen (72%). Danach folgen Empfehlungen von Kommilitionen und Freunden (57%), sowie Aushänge an den Hochschulen, Kontaktmessen und Medienberichte (jeweils 53%).
Die Einschätzungen der Berufsaussichten nach Abschluss des Studiums sind differenziert. Durchschnittlich schätzen 79% der befragten Studenten ihre Chancen als gut bis sehr gut ein. Jedoch sinkt dieser Wert mit steigender Anzahl ausgeübter Studentenjobs. Männer sind dabei optimistischer als Frauen: 27% der männlichen Studenten stufen ihre Chancen am Arbeitsmarkt als sehr gut ein, bei ihren weiblichen Kommilitonen sind dies lediglich 15%. Das könnte daran liegen, dass insgesamt mehr Studentinnen arbeiten und somit eher einen Einblick in die Berufswelt und den zukünftigen Arbeitsmarkt erhalten.
Insgesamt gab die Hälfte der Studenten (51%) an, kein Problem damit zu haben, Studium und Job unter einen Hut zu bringen. Die andere Hälfte hingegen tut sich damit häufig schwer. Dies ist sicherlich auch der Grund, dass viele der Befragten vor allem die Semsterferien nutzen, um zu arbeiten (51%). Weitere 51% der Studenten gönnt sich zudem einmal im Jahr einen Urlaub, der sie durchschnittlich zwischen 300 und 1.000 Euro kostet. Nur einem Viertel der Befragten bleibt keine Zeit oder kein Geld für einen Erholungsurlaub. Weiterhin besitzt nur weniger als ein Drittel der Studenten ein eigenens Auto.
Die Frage nach den während dem letzten Jahr ausgeübten Nebenjobs ergab folgende Top 10 der Studentenjobs:
- Allgemeine Bürotätigkeiten (Sekretariat, Assistenz, Aushilfe)
- Kellner/in und Barkeeper/in
- Berater oder Kassierer im Einzelhandel
- Aushilfe in der Produktion und im Lager
- Verkäufer/in im Einzelhandel
- Hilfskraft am Lehrstuhl (HiWi)
- Nachhilfelehrer/in
- Buchhaltung und Einkauf
- Controller/in
- Programmierer/in